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Kann ein dauerhafter Sehverlust durch eine frühzeitige Diagnose des Glaukoms verhindert werden?

Das Glaukom ist eine tückische Augenerkrankung, die den Sehnerv schädigen und zu dauerhaftem Sehverlust führen kann. In diesem Beitrag gehen wir verständlich und zuverlässig auf alle wichtigen Aspekte ein von den Ursachen des Glaukoms bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten.

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Op. Dr. Murat Ün

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Das Glaukom, im Volksmund auch als Augendruck bekannt, ist eine Augenerkrankung, die unbehandelt zu dauerhaftem Sehverlust führen kann. In diesem Beitrag erläutern wir, was ein Glaukom ist, warum eine frühzeitige Diagnose von entscheidender Bedeutung ist und welche wichtigen Aspekte zur Behandlung des Glaukoms häufig gefragt werden.

Was ist ein Glaukom?

Das Glaukom ist eine Erkrankung, die durch einen Anstieg des Augeninnendrucks über den Normalwert hinaus entsteht. Dieser Druckanstieg resultiert aus einem Ungleichgewicht zwischen der Produktion und dem Abfluss der Augenflüssigkeit. Ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck kann den Sehnerv schädigen und im weiteren Verlauf zu irreversiblem Sehverlust führen.

Da das Glaukom meist langsam, schleichend und ohne frühe Symptome fortschreitet, wird es oft als „stiller Dieb des Sehens“ bezeichnet. Viele Betroffene bemerken die Erkrankung erst dann, wenn es bereits zu einer Einengung des Gesichtsfeldes gekommen ist. Deshalb spielt die frühzeitige Diagnose eine zentrale Rolle beim Schutz des Sehnervs.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptformen des Glaukoms:

  • Offenwinkelglaukom: Die häufigste Form, die meist langsam fortschreitet. Der Abfluss der Augenflüssigkeit ist eingeschränkt, wodurch der Augeninnendruck allmählich ansteigt.
  • Engwinkelglaukom: Tritt meist plötzlich mit einem raschen Druckanstieg auf und stellt einen augenärztlichen Notfall dar. Typische Symptome sind starke Augenschmerzen, verschwommenes Sehen und Übelkeit.

In beiden Fällen ist eine frühe Diagnose entscheidend für den Erfolg der Glaukombehandlung. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen, Messungen des Augeninnendrucks und Untersuchungen des Sehnervs sind dabei von großer Bedeutung.

Führt ein unbehandeltes Glaukom zu dauerhafter Erblindung?

Das Glaukom kann den Sehnerv über lange Zeit unbemerkt schädigen. Da frühe Stadien oft ohne Beschwerden verlaufen, bleibt die Erkrankung häufig lange unentdeckt. Der kontinuierlich erhöhte Augeninnendruck kann jedoch irreversible Schäden verursachen.

Wird das Glaukom nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu einer fortschreitenden Einengung des Gesichtsfeldes kommen. In fortgeschrittenen Stadien besteht das Risiko eines dauerhaften und nicht rückgängig zu machenden Sehverlustes.

Warum ist eine frühzeitige Diagnose so wichtig?

Eine frühe Diagnose ist der wichtigste Faktor, um Sehverlust durch ein Glaukom zu verhindern:

  • Durch regelmäßige Augenuntersuchungen kann ein erhöhter Augeninnendruck frühzeitig erkannt werden.
  • Veränderungen am Sehnerv lassen sich feststellen, bevor das Gesichtsfeld beeinträchtigt wird.
  • Moderne bildgebende Verfahren ermöglichen eine genaue Verlaufskontrolle.

Wird das Glaukom früh diagnostiziert, kann der Augeninnendruck durch Augentropfen, Laserbehandlungen oder gegebenenfalls operative Maßnahmen kontrolliert werden. Auf diese Weise lässt sich der Sehverlust häufig aufhalten oder deutlich verlangsamen.

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Ist ein Glaukom ansteckend?

Nein, ein Glaukom ist keine ansteckende Erkrankung. Es wird weder durch direkten Kontakt noch über die Luft übertragen. Ein Zusammenleben mit einer an Glaukom erkrankten Person stellt daher kein Risiko dar.

Warum tritt Glaukom häufig familiär auf?

Auch wenn das Glaukom nicht ansteckend ist, spielt die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Personen mit Glaukomfällen in der Familie haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens ebenfalls zu erkranken.

Daher gilt:

  • Menschen mit familiärer Glaukom-Vorgeschichte sollten regelmäßige Augenuntersuchungen wahrnehmen.
  • Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht den Beginn einer Behandlung, bevor bleibende Schäden entstehen.
  • Auch ohne Beschwerden ist eine jährliche Kontrolle des Augeninnendrucks empfehlenswert.

Müssen Glaukomtropfen ein Leben lang angewendet werden?

Das Glaukom ist in der Regel eine chronische Erkrankung. Daher kann eine langfristige, in manchen Fällen lebenslange Anwendung von Augentropfen erforderlich sein. Die Behandlung wird individuell geplant und regelmäßig durch augenärztliche Kontrollen angepasst.

Warum ist eine dauerhafte Therapie notwendig?

Augentropfen senken den Augeninnendruck, indem sie entweder die Produktion der Augenflüssigkeit reduzieren oder deren Abfluss verbessern. Ziel ist es, den Sehnerv vor weiteren Schäden zu schützen.

Da das Glaukom meist nicht heilbar, sondern nur kontrollierbar ist, dient die medikamentöse Therapie dazu, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Eine konsequente und regelmäßige Anwendung der Tropfen ist daher entscheidend.

Bedeutung der regelmäßigen Anwendung

Eine zuverlässige Anwendung der verordneten Medikamente:

  • hilft, das Gesichtsfeld zu erhalten,
  • verlangsamt das Fortschreiten des Glaukoms,
  • reduziert das Risiko weiterer Sehnervschäden.

Nebenwirkungen und alternative Behandlungen

Bei einigen Patienten können Nebenwirkungen wie Brennen, Rötung oder Juckreiz auftreten. In solchen Fällen sollte unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Augenarzt gehalten werden, damit die Therapie angepasst werden kann.

Wenn Augentropfen nicht ausreichend wirksam sind oder das Glaukom fortschreitet, können auch Laserbehandlungen oder operative Verfahren wie die Trabekulektomie oder Drainage-Implantate in Betracht gezogen werden. Welche Methode geeignet ist, entscheidet sich stets nach einer umfassenden augenärztlichen Untersuchung.

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