Was ist die Hornhaut? Hornhauterkrankungen und Behandlungsmethoden
Die Hornhaut spielt eine lebenswichtige Rolle für die Augengesundheit und beeinflusst unsere Sehqualität direkt. Doch was genau ist die Hornhaut und welche Funktionen erfüllt sie? In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick auf diese transparente Schicht des Auges und erläutern ihre Aufgaben, die Faktoren, die ihre Gesundheit beeinflussen, sowie wichtige Punkte, auf die geachtet werden sollte.
Die Frage „Was ist die Hornhaut?“ ist nicht nur eine medizinische Definition, sondern ein grundlegendes Wissen für alle, die ihre Augengesundheit schützen möchten.
Die Hornhaut bildet die transparente Vorderfläche des Auges und spielt eine zentrale Rolle für das scharfe Sehen, indem sie das einfallende Licht bricht.
Dieses dünne, aber äußerst widerstandsfähige Gewebe steht im Mittelpunkt vieler Themen – von der Notwendigkeit einer Brille oder Kontaktlinsen bis hin zu operativen Eingriffen. In diesem Beitrag erläutern wir den Aufbau, die Funktionen sowie häufige Hornhauterkrankungen in einer fachlich korrekten, aber gut verständlichen Sprache. Lesen Sie weiter, um verlässliche Informationen rund um Ihre Augengesundheit zu erhalten.
Was ist die Hornhaut (Kornea)?
Die Hornhaut ist ein gefäßloses, transparentes Gewebe, das sich in der äußersten Schicht des Auges befindet. Sie schützt die Augenoberfläche und übernimmt gleichzeitig eine lebenswichtige Funktion für das Sehen.
Das Licht tritt zuerst durch die Hornhaut in das Auge ein, wird dort gebrochen und in die inneren Strukturen des Auges weitergeleitet. Dadurch kann das Bild scharf auf der Netzhaut fokussiert werden.
Anatomisch besteht die Hornhaut aus fünf Schichten: dem Epithel, der Bowman-Membran, dem Stroma, der Descemet-Membran und dem Endothel. Jede dieser Schichten trägt entscheidend zur Transparenz, Stabilität und Funktion der Hornhaut bei.
Dank ihrer klaren Struktur ermöglicht die Hornhaut scharfes Sehen und bildet gleichzeitig eine Schutzbarriere gegen äußere Einflüsse wie Infektionen und Verletzungen.
Aus welchen Schichten besteht die Hornhaut?
Die Hornhaut ist ein transparentes Gewebe, das die Vorderfläche des Auges bedeckt und für die Lichtbrechung entscheidend ist. Sie besteht aus fünf Hauptschichten, die gemeinsam eine optimale Sehfunktion ermöglichen.
1. Epithelschicht
Die äußerste Schicht der Hornhaut. Sie schützt das Auge vor äußeren Einflüssen und kann sich bei kleinen Verletzungen schnell regenerieren. Zudem unterstützt sie die gleichmäßige Verteilung des Tränenfilms.
2. Bowman-Membran
Eine dünne, feste Schicht unter dem Epithel, die zur Stabilität und Form der Hornhaut beiträgt. Sie regeneriert sich nicht, beeinflusst das Sehen jedoch meist nicht wesentlich.
3. Stroma
Macht etwa 90 % der Hornhautdicke aus. Es besteht aus regelmäßig angeordneten Kollagenfasern, die für die Transparenz der Hornhaut verantwortlich sind und die Lichtbrechung ermöglichen.
4. Descemet-Membran
Eine widerstandsfähige Schicht zwischen Stroma und Endothel. Sie unterstützt die innere Struktur der Hornhaut und bleibt meist über viele Jahre funktionsfähig.
5. Endothelschicht
Eine einschichtige Zelllage an der Innenseite der Hornhaut. Sie reguliert den Flüssigkeitshaushalt der Hornhaut. Da sich Endothelzellen nicht regenerieren, ist ihre Gesundheit für klares Sehen besonders wichtig.
Welche Aufgaben erfüllt die Hornhaut im Auge?
Die Hornhaut ist weit mehr als nur eine anatomische Struktur – sie ist ein zentraler Bestandteil des Sehprozesses.
1. Lichtbrechung
Die Hornhaut übernimmt den größten Teil der Lichtbrechung im Auge und lenkt das Licht korrekt zur Augenlinse.
2. Unterstützung der Fokussierung
Gemeinsam mit der Linse sorgt die Hornhaut dafür, dass das Bild exakt auf der Netzhaut abgebildet wird.
3. Schutz des Auges
Sie bildet die erste Schutzbarriere gegen Staub, Mikroorganismen, Wind und leichte Verletzungen.
4. Verteilung des Tränenfilms
Ihre glatte Oberfläche ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung des Tränenfilms und trägt so zur Befeuchtung und Abwehr von Infektionen bei.
5. Einfluss auf die Sehschärfe
Verlust der Transparenz oder Unregelmäßigkeiten der Hornhaut können zu verschwommenem Sehen führen.

Welche Hornhauterkrankungen gibt es?
Die Hornhaut kann durch verschiedene Erkrankungen oder äußere Einflüsse beeinträchtigt werden. Zu den häufigsten zählen:
Keratokonus:
Eine fortschreitende Ausdünnung und kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut, die zu verzerrtem Sehen führen kann.
Hornhautgeschwür (Ulcus corneae):
Offene Läsionen der Hornhaut, meist infektionsbedingt, die mit Rötung, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit einhergehen können.
Hornhautdystrophien:
Genetisch bedingte, meist beidseitige Veränderungen der Hornhautstruktur, die langsam fortschreiten.
Trockene Augen mit Hornhautbeteiligung:
Unzureichende Benetzung der Hornhaut kann mikroskopische Schäden verursachen und die Sehqualität beeinträchtigen.
Herpes-Keratitis:
Virale Infektionen der Hornhaut, die wiederkehrend auftreten und Narben hinterlassen können.
Traumatische Hornhautschäden:
Verletzungen durch Fremdkörper, Chemikalien oder Verbrennungen.
Hornhautödem:
Flüssigkeitseinlagerungen in der Hornhaut, meist infolge einer Endothelschädigung, die zu verschwommenem Sehen führen.
Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Hornhauterkrankungen?
Die Therapie richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung sowie nach dem individuellen Zustand des Auges.
Medikamentöse Behandlung (Augentropfen)
- Antibiotische Tropfen bei Infektionen
- Entzündungshemmende Präparate
- Befeuchtende Tränenersatzmittel bei Trockenheit
Spezielle Kontaktlinsen
Bei Erkrankungen wie Keratokonus können formstabile oder Hybridlinsen die Sehqualität verbessern und die Hornhaut stabilisieren.
Hornhaut-Crosslinking (CXL)
Ein modernes Verfahren zur Stabilisierung der Hornhaut, insbesondere bei Keratokonus.
Dabei werden Riboflavin-Tropfen und UV-Licht eingesetzt, um die Kollagenfasern zu stärken und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Hornhauttransplantation (Keratoplastik)
Bei schweren Hornhautschäden kann ein Austausch der Hornhaut notwendig sein.
Je nach Befund erfolgt eine vollständige oder teilweise Transplantation.