Menu Close

Ist eine Kataraktoperation schmerzhaft?

Die Kataraktoperation gehört zu den ersten Eingriffen, die einem beim Thema Augenchirurgie in den Sinn kommen. Dennoch löst das Wort „Operation“ bei vielen Menschen ein gewisses Unbehagen aus. Im Mittelpunkt dieser Sorge steht häufig dieselbe Frage: Ist eine Kataraktoperation schmerzhaft? Moderne chirurgische Verfahren und Anästhesiemethoden geben darauf in den meisten Fällen eine beruhigende Antwort. Alle wichtigen Informationen dazu finden sich in diesem Beitrag.

Picture of Murat Ün

Op. Dr. Murat Ün

Paylaş
Ist eine Kataraktoperation schmerzhaft?

Die Kataraktoperation gehört weltweit zu den am häufigsten durchgeführten augenchirurgischen Eingriffen und wird jedes Jahr bei Millionen von Patientinnen und Patienten erfolgreich angewendet. Dennoch zählt die Frage, ob eine Kataraktoperation schmerzhaft ist und was während des Eingriffs empfunden wird, zu den häufigsten Anliegen im Vorfeld.

Die moderne Kataraktchirurgie wird in der Regel als schmerzarm oder mit nur sehr geringem Unbehagen verbunden beschrieben. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, was unter „schmerzfrei“ genau zu verstehen ist, welche Empfindungen als normal gelten und was nach dem Eingriff zu erwarten ist. Dieses Verständnis ist sowohl für die Vorbereitung auf die Operation als auch für die Erholungsphase von großer Bedeutung.

Wie wird die Anästhesie bei einer Kataraktoperation angewendet?

Die Schmerzkontrolle bei der Kataraktchirurgie hängt direkt von der gewählten Anästhesiemethode ab. Heutzutage gibt es drei grundlegende Ansätze, wobei die Auswahl je nach Allgemeinzustand und ärztlicher Einschätzung erfolgt.

Topische Anästhesie (Tropfenmethode)

Die topische Anästhesie, also die Betäubung mittels Augentropfen, ist heute die am häufigsten verwendete Methode bei Kataraktoperationen. Vor dem Eingriff werden einige Tropfen eines lokalen Anästhetikums ins Auge gegeben, wodurch die Oberfläche und die vorderen Augenabschnitte betäubt werden.

Die Patientinnen und Patienten bleiben während des Eingriffs wach, verspüren jedoch keine Schmerzen. Da keine Injektion erforderlich ist, wird das Gewebe geschont und die Erholungszeit kann kürzer ausfallen.

Anästhesie durch Injektion

In bestimmten Fällen kann ein Anästhetikum rund um oder in das Auge injiziert werden. Diese Methode sorgt für eine tiefere und umfassendere Betäubung, wobei die Augenmuskulatur vorübergehend ruhiggestellt wird.

Im Vergleich zur topischen Anästhesie bietet diese Technik ein größeres Betäubungsfeld und wird insbesondere bei komplexeren Fällen oder nach ärztlicher Entscheidung eingesetzt.

Sedierung und Vollnarkose

Zusätzlich zur lokalen Anästhesie kann über die Vene ein leichtes Beruhigungsmittel (Sedierung) verabreicht werden, um die Entspannung zu fördern. Diese Methode wird häufig bei erhöhtem Angstempfinden eingesetzt.

Eine Vollnarkose wird bei der standardmäßigen Kataraktchirurgie im Erwachsenenalter nur selten angewendet. Sie kann jedoch bei ausgeprägter Angst, schweren kognitiven Einschränkungen oder eingeschränkter Kooperation in Betracht gezogen werden. Bei Kindern wird die Operation eines angeborenen Katarakts in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt.

Was wird während einer Kataraktoperation empfunden?

Die objektivste Antwort auf die Frage, ob eine Kataraktoperation schmerzhaft ist, besteht darin, die tatsächlichen Empfindungen während des Eingriffs zu beschreiben. Durch die Wirkung der Anästhesie werden Schmerzen weitgehend verhindert, dennoch können bestimmte Wahrnehmungen auftreten.

Zu den während der Operation häufig berichteten Empfindungen gehören:

  • Ein leichtes Berührungs- oder Druckgefühl am Auge,
  • Ein Gefühl von Kühle oder Feuchtigkeit durch die verwendete Spüllösung,
  • Die Wahrnehmung von hellen, teilweise farbigen Lichtreflexen durch das Operationslicht.

Diese Empfindungen sind nicht schmerzhaft. Für Personen ohne vorherige Operationserfahrung können sie jedoch ungewohnt sein. Das medizinische Team informiert in der Regel im Vorfeld über den Ablauf, und bei Bedarf kann zusätzliche Anästhesie verabreicht werden.

Sind die Augen während einer Kataraktoperation geöffnet?

Dies ist eine häufig gestellte Frage, die jedoch nicht immer ausreichend beantwortet wird. Während des Eingriffs werden die Augenlider mit einem speziellen Instrument vorsichtig offen gehalten. Es ist nicht erforderlich, das Auge bewusst offen zu halten.

Die visuelle Wahrnehmung kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Häufig werden ein helles weißes Licht, Farbschattierungen oder verschwommene Formen wahrgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, die Hände des Operateurs oder Instrumente zu sehen, ist sehr gering, da die Anästhesie diese Details weitgehend ausblendet.

Treten nach einer Kataraktoperation Schmerzen auf?

Die Frage, ob eine Kataraktoperation schmerzhaft ist, beschränkt sich nicht nur auf den Eingriff selbst. Auch die Zeit nach der Operation ist für viele von Interesse.

Typische und zu erwartende Beschwerden nach der Operation

Unmittelbar nach dem Eingriff können ein leichtes Stechen, Tränenfluss oder ein Fremdkörpergefühl im Auge auftreten. Dies stellt eine natürliche Reaktion des Auges auf die Operation dar und klingt in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst ab.

Vorübergehende Lichtempfindlichkeit und leicht verschwommenes Sehen gehören ebenfalls zu den häufigen Begleiterscheinungen in dieser Phase. Die Verbesserung der Sehschärfe kann individuell variieren, jedoch zeigt sich in vielen Fällen bereits nach der ersten Woche eine deutliche Besserung, während die vollständige Erholung meist innerhalb des ersten Monats erfolgt.

Anzeichen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern

Zunehmende oder starke Schmerzen, ausgeprägte Rötungen, starke Absonderungen oder ein plötzlicher Sehverlust gehören nicht zum normalen Heilungsverlauf. Solche Symptome können auf mögliche Komplikationen hinweisen und sollten zeitnah augenärztlich abgeklärt werden. Eine frühzeitige Untersuchung ist entscheidend, um schwerwiegendere Folgen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

  1. Wird während der Kataraktoperation Schmerz empfunden?
    Während des Eingriffs sind in der Regel keine Schmerzen zu erwarten. Durch die lokale Anästhesie wird die Schmerzempfindlichkeit des Auges weitgehend ausgeschaltet. Wahrnehmungen wie Druck oder Kühle können auftreten, gelten jedoch als normale Empfindungen und nicht als Schmerz.
  2. Wird bei der Kataraktoperation eine Injektion durchgeführt?
    Bei Anwendung der topischen (Tropfen-)Anästhesie sind keine Injektionen erforderlich. Wenn eine Injektionsanästhesie gewählt wird, wird ein lokales Betäubungsmittel rund um das Auge verabreicht. Welche Methode angewendet wird, entscheidet die Augenärztin bzw. der Augenarzt.
  3. Wird die Operation im wachen Zustand oder unter Vollnarkose durchgeführt?
    Die Standard-Kataraktoperation wird unter lokaler Anästhesie im wachen Zustand durchgeführt. Bei Bedarf kann eine leichte Sedierung ergänzt werden. Eine Vollnarkose wird nur in besonderen Fällen angewendet.
  4. Wie lange dauert eine Kataraktoperation?
    Die Kataraktoperation wird heute meist mit der modernen Phakoemulsifikationsmethode durchgeführt und dauert in der Regel etwa 15 bis 20 Minuten. In den meisten Fällen ist eine Entlassung noch am selben Tag möglich.

Für weitere Informationen zur Kataraktchirurgie, zur Bewertung von Behandlungsoptionen oder zur Terminvereinbarung ist es sinnvoll, eine augenärztliche Fachperson zu konsultieren.